Kitesurfen in Panama – Kiten zwischen zwei Küsten mit Wind und Welle

Dein großer Kitespot-Check mit Reisetipps und Kitespot-Informationen

Kitesurfen in Panama? Hatte ich vor meinem Trip wenig darüber gehört! Auch meine Internetrecherche im Vorfeld war eher unbefriedigend. Auf den San Blas Inseln sollte es wohl die Möglichkeit geben, und auch auf einer Halbinseln namens Punta Chame auf der Pazifikseite Panamas. Hm, was tun? Die beste Lösung, um Infos über einen unbekannten Kitespot einzuholen ist immer noch: hinfahren! Auf meinem Surftrip in Panama hatte ich also endlich die Chance, zwei Fliegen mit einer Klappe zu schlagen: Nach einer ausreichenden Dosis Wellenreiten sollten  auch noch ein paar Kite-Sessions dazu kommen!

Ich hatte vor meinem Abflug noch Kontakt zu Aaron von bstoked aufgenommen, der mir freundlicherweise ein paar Tips zum Kitesurfen in Panama geben konnte. Der wirklich verlockende Kite-Trip mit einem Segelboot im San Blas-Archipel kam für mich dieses Mal nicht in Frage, da ich mit meiner Freundin unterwegs war, die nicht kitet. Punta Chame hatte ich nach dem Gespräch mit Aaron auf dem Zettel, und dazu die Hoffnung, das ich einfach sonst irgendwo entlang der Küste genug Wind und die entsprechenden Bedingungen finde würde.

Panama – ein Kitesurf-Paradies?

Tja, diese Frage konnte mir niemand beantworten vor dem Trip. Eine ungewohnte Situation, ehrlich gesagt. Ansonsten ist irgendwie immer schon klar, was dich am Sport erwartet: Windrichtung, Stehrevier, benötigtes Material. Andererseits auch spannend, obwohl Panama ein touristisch erschlossenes Land ist, fühlte ich mich mit meiner Mission „Kiten in Panama“ irgendwie auf einer Entdecker-Mission.

Damit du dir mit meinem Post einen Überblick verschaffen kannst, bevor ich dir alle Details über Spots und Bedingungen liefere, gibt es hier einen „Quick-Check Kitesurfen in Panama“. Denn eine Sache stand für mich von Anfang an fest – wo die Sonne scheint, das Wasser warm ist und der Wind pustet kann es eigentlich nur gut sein!

  • Warmes Wasser/ 30 Grad/ kein Regen

  • Uncrowded

  • hohe Windgarantie

  • wenig Spots

  • keine Wellenspot

  • nur bedingt für Einsteiger geeignet

Wie du zum Kitesurfen nach Panama kommst

Ein Flug nach Panama kostet rund 600 Euro (zum Beispiel mit Condor) und dauert zwölf Stunden. Vom Flughafen Tocumen kommst du entweder mit dem öffentlichen Bus oder einem Taxi in nach Panama City. Ich persönlich würde den Bus nicht empfehlen, vor allem nicht mit Kite-Gepäck: Die Bushaltestelle liegt etwas außerhalb des Flughafens, die Fahrt dauert zwischen 45 Minuten und zwei Stunden.

Angenehmer ist ein Taxi, das je nach Verhandlungsgeschick zwischen 35 und 50 Dollar kosten sollte. Es gibt auch einen unschlagbar günstigen Shuttle – bei hostelride wirst du mit anderen Backpackern für ein paar Dollar in die Stadt gebracht. In Panama City kann ich diese beiden Unterkünfte aus eigener Erfahrung empfehlen:

1. San Blas

Wenn Du dich für einen Kite-Trip nach San Blas entscheidest solltest du am besten mit einem Shuttle die vier Stunden an die Karibikküste Panamas fahren. Es gibt unzählige Anbieter, ich bin mit San Blas Experience gefahren und war zufrieden – Matteo wohnt selber auf einer der Inseln, ist mit einer Kuna verheiratet und hat jede Menge zu erzählen. Übrigens lohnen sich die San Blas Inseln auch für Reisende die nicht Kitesurfen, es ist dort wirklich wunderschön und die faszinierende Kultur der Kuna-Indianer ziemlich spannend. Der Trip ist nicht ganz billig, lohnt sich aber definitiv für diejenigen, die Lust auf ein paar Tage als „Robinson Crusoe“ haben.

2. Punta Chame

Nach Punta Chame kommst du am besten mit dem Bus (fünf Dollar). Am großen Busterminal „Albrook“ in Panama City nimmst du den Bus in Richtung Santiago und sagst dem Busfahrer beim Einsteigen, dass du nach Punta Chame möchtest. Du steigst dann in Bejuco aus, die Haltestelle für den Bus nach Punta Chame (1,50 Dollar) befindet sich etwas versteckt am Plaza Imperial neben dem kleinen Supermarkt.

Die öffentlichen Busse sind in Panama die günstigste Möglichkeit, um von A nach B zu kommen. Wer eine etwas dickere Reisekasse hat und schneller unterwegs sein möchte, der kann sich auch an einen privaten Shuttle-Service wenden. Von Panama City nach Punta Chame kostet das rund 60 Dollar.

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Equipment zum Kitesurfen in Panama

Ich hab einen 9qm-und einen 12qm-Schirm eingepackt und auch beide gebraucht. Da hier in erster Linie thermische Winde pusten, nimmt die Windstärke im Tagesverlauf deutlich zu. Als Board habe ich ein Twintip eingepackt. Wetsuit und Neoprenschuhe sind nicht nötig, dafür aber jeglichen Sonnenschutz, den du finden kannst.

Ich empfehle auch ein Lycra und eine Kite-Sonnenbrille einzupacken, die Sonne brettert tagsüber auf dem Wasser wirklich ordentlich. Deine Kitepunpe kannst du theoretisch zu Hause lassen, am Strand in Punta Chame findet sich immer irgendwo eine Blasebalg.

Kitesurfen auf den San Blas Inseln

Ich hatte mein Kite-Equipment in der Hoffnung mitgenommen, auf eigene Faust einen Spot zum Kiten zu finden – das hat leider nicht geklappt. Das hatte verschiedene Gründe:

Erstens Pech mit dem Wind! Obwohl die Saison von November bis April geht und ich im Dezember hingefahren bin, war absolute Flaute.

Zweitens ist Kitesurfen dort streng verboten, und daran solltest du dich auch halten, oder möchtest du Stress mit einem Kuna-Indianer bekommen? Die Regeln im Archipel sind streng, nur so kann dieser fragile Mikrokosmos geschützt werden! Du kannst im Vorfeld Kontakt zu Verantwortlichen vor Ort aufnehmen und eventuelle eine Sondergenehmigung aushandeln, pauschal ist das nicht möglich. So habe ich es gemacht, mit der Bedingung im Internet keine Namen und Adressen zu veröffentlichen. Wer wirklich Interesse daran hat, der kann mich kontaktieren und ich helfe dann gerne weiter.

Die anderer Möglichkeit ist, einen Trip auf einem Segelboot zu buchen, das euch an die entsprechenden Spots bringt. Ich selber war nicht an Bord, habe aber Kiter getroffen, die damit rumgeschippert sind, und sie haben mir nur Gutes berichtet. Sicher eine gute Möglichkeit, an einem paradisischen Ort auf einen ziemlich luxuriösen Kite-Trip zu gehen. Mehr Informationen und den Kontakt zur „Panamakitesurfingcruise“ bekommt ihr bei bstoked.

Kitesurfen in Punta Chame

Punta Chame ist eine Halbinsel auf der Pazifikseite Panamas. Die nördlich ausgerichtete Küste wird von November bis April verlässlich mit thermischen Winden von der Bergkette auf dem Festland versorgt. In der Saison pustet es hier 24 Stunden am Tag, morgens meistens etwas weniger, aber mit der steigenden Temperatur nimmt auch der Wind im tagesverlauf zu. Ich bin morgends meistens 12qm geflogen und habe nach der Mittagspause auf 9qm umgerüstet. Die Locals haben mir erzählt, dass es in den Monaten Dezember, Januar und Februar jeden Tag mindestens 25 Knoten hat. Ich war fünf Tage in Punta Chame und hatte jeden Tag drei Sessions – mit Flutlich könnte man dort sogar nachts kiten – das sind nahezu brasilianische Verhältnisse!

Der Spot liegt am Ende der Halbinsel, zumindest ist dort der Haupt-Kitestrand. Insgesamt erstreckt sich die Kitezone über mehrere Kilometer, allerdings befindet sich die Kitestation und andere Lokalitäten am Ende der Landzunge. Dort bleibt auch bei Hochwasser immer noch ein Stück Strand trocken zum auf- und abbauen deines Kites. Bei Niedrigwasser ist der Strand ungefähr 100 Meter breit und es gibt ein Stehrevier von ca. 50-80 Meter. Vorsicht: Es gibt Stachelrochen im Sand, deshalb solltest du dich immer „schlurfend“ im Wasser fortbewegen.

Der Wind am Haupt-Kitespot ist immer Side-Onshore, darum ist das Wasser meistens auch ziemlich choppy – für Wellen-Kiter ist Punta Chame definitiv ungeeignet. Weiter westlich befindet sich bei Hochwasser eine Art Lagune, in der das Wasser etwas flacher ist. Mit einem Downwinder kannst du die rund 2 Kilometer entlang der Küste zum Spot kiten, zurück musst du aufkreuzen, bei günstiger Windrichtung kommst du sogar direkt zurück an die Inselspitze.

Kitesurfen lernen in Punta Chame

Für Kitesurf-Einsteiger ist der konstante auflandige Wind natürlich perfekt. Meiner Meinung war es das aber auch schon, was für Punta Chame als Einsteiger-Spot spricht. Nicht so gut geeignet für ungeübte Kiter sind nämlich die kurzwelligen Bedingungen und Stachelrochen im Wasser. Über die Surfschulen habe ich eher Negatives gehört, es gibt wohl einige Anbieter ohne angemesse Qualifizierung und Ausbildung.

Wenn du aber trotzdem Kitesurfen in Punta Chame lernen möchtest, dann solltest du dich an Machete Kites wenden, die Lehrer dort sind kompetent und wissen, was sie tun. Die Station verleiht auch Material.

Unterkunft in Punta Chame

Wenn du direkt am Spot wohnen möchtest, dann solltest du dich im Nitro City einmieten. Die Bungalows liegen direkt am Strand, auch tagsüber hängen hier die meisten Kiter am Pool oder auf den Liegestühlen rum. Ich persönlich kann diese Unterkunft nicht unbedingt empfehlen, da ich das Preis-Leistungs-Verhältnis nicht gerechtfertigt finde.

Wenn du eher als Budget-Kiter unterwegs bist, dann lege ich dir das Punta Chame Guest House nahe. Auch hier wohnst du direkt am Spot – für kleineres Geld!

Ich habe im Casa Amarilla gewohnt und kann dir dieses Bed&Breakfast nur empfehlen. Zwar bist du zu Fuß rund 15 Minuten an den Spot unterwegs (wenn du nett fragst, fährt dich der Besitzer mit seinem Jeep), aber die französisch geführte Unterkunft mit Pool lohnt den extra Fußmarsch allemal. Wenn dir die 70 Dollar für das Doppelzimmer zu viel sind, dann kannst du dir auch für 35 Dollar eine der Cabinas sichern. Das Essen in der hoteleigenen Küche ist das beste der Insel, allerdings auch nicht ganz günstig. Wenn du preiswert und echt lecker essen möchtest, dann solltest du im Ort bei einem der beiden lokalen Restaurants einkehren – hier bekommst du für drei Dollar einen übervollen Teller mit Fisch, Reis und Bohnen.

Fazit zum Kitesurfen in Panama

Ich hatte viel Spaß beim Kitesurfen in Panama: Warmes Wasser, nette Menschen und eine ziemlich hohe Windgarantie – was willst du als Kitesurfer mehr? Und trotzdem würde ich nicht nach Panama fahren, NUR um Kitesurfen zu gehen – dafür gibt es zu wenig (bekannte) Spots, die genug Abwechslung bei den Bedingungen bieten. In meinem Fall waren die Kite-Sessions das Sahnehäubchen auf meinen Surftrip. (Fotos: Sonia Rutha)

8 Kommentare
    • Stefan Heinrich
      Stefan Heinrich says:

      Hi Linda, meinst du weltweit oder in Panama? Also in Panama ist Punta Charme der Ort zum Kitesurfen, die Locals haben mir erzählt, dass es in der Nähe auch Wellen gibt, ich selber hatte aber keine Zeit das zu testen. In Panama ist meines Wissens tatsächlich entweder oder – falls du andere Erfahrungen machst freue ich mich über eine Info! Viel Spaß, Stefan

      Antworten
  1. mick
    mick says:

    Hallihallo, leider hast du nicht unseren spot hier in Lagartero besucht, schade! das hier ist ein absoluter geheimtipp, in all den jahren, die wir hier wohnen, waren erst 5 kiter hier und alle haben es geliebt… perfekter sideshore wind, sehr konsistent viel platz zum starten und landen,schade dass wir nicht mehr kiter hier sehen!! wir freuen uns immer auf besuch. gruesse aus panama, mick

    Antworten
    • Stefan Heinrich
      Stefan Heinrich says:

      Hallo Mick, hört sich wirklich super an! Schade, dass wir uns vorher nicht kannten! Ich war ja in Santa Catalina und damit auch in der Nähe. Trotz intensiver Recherche habe ich vor meiner Reise nichts von diesem Spot gehört. Vielleicht will der Geheimtipp ja auch geheim bleiben? Gruß, Stefan

      Antworten
    • Daniela
      Daniela says:

      Hallo Mick,
      das ist ja eine erfreuliche Information. Wir fliegen über Weihnachten bis zum 09.01. nach Panama und neben Punta Chame würden wir gerne noch andere Spots besuchen. Also hier wären 2. 🙂 Wie kann ich DIch kontaktieren? Hibiscus Garden ist dein homespot?
      Liebe Grüße, Daniela

      Antworten

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