Kitesurfen in Brasilien: Flachwasser-Perle und Natur-Paradies Atins

Kitesurfguide Atins: Kitesurfen durch weiße Sanddünen, eins der Top-Flachwasser-Reviere weltweit und weniger los als in den bekannten Hotspots!

Ein Gastbeitrag von Olaf Lörz – der deutsche Kitesurfer ist nach Brasilien ausgewandert und wohnt in Rio und Atins

Der Nordosten Brasiliens, die Küstengebiete nördlich von Natal (Rio Grande do Norte) und bis São Luís (Maranhão) gelten gemeinhin als das Mekka für Kitesurfer. Die Passatwinde machen es möglich, blasen sie einem von Juli bis Januar doch konstant kräftig mit bis zu 30 Knoten um die Ohren.

Wer zum Kitesurfen nach Brasilien kommt, für den führt kein Weg an der Nordküste Brasiliens vorbei. Ausfalltage sind hier quasi ausgeschlossen, die Windgarantie geht in einigen Monaten gegen 100 Prozent. Dazu der Lifestyle und das unschlagbare Wetter in Brasilien – jede Session in Shorts und Wetshirt, um nicht hummerrot aus dem Meer zu steigen.

So wundert es dann auch nicht, dass die bekanntesten Spots wie São Miguel de Gostoso, Cumbucu, Paracuru, Taiba, Jericoacoara doch recht überlaufen sein können, speziell in der Hochsaison Oktober und November. Dabei gibt es sie immer noch – die unentdeckten Schätzchen auf der Landkarte des Kitesurfens – gerne möchte ich euch hier mein ganz persönliches Paradies vorstellen!

Die Nordostküste Brasiliens – Heimat der mega langen Downwinder und viel mehr als nur Jericoacoara und Co.

Apropos Jericoacoara – Stefan hatte ja bereits im September 2015 von Jeri berichtet. Das ehemalige einfache Fischerdörfchen, das in Brasilien und weltweit in Sachen Windsurfen und Kitesurfen berühmt geworden ist, hat sich in den letzten Jahren doch sehr verändert. Inzwischen macht sich Jeri auch als Partyort einen Namen, dazu  die schicken Boutiquen und was da sonst noch alles hintendran hängt – die Bedingungen sind weiterhin unbestritten top, den Rest muss man mögen! Kitesurfen in Brasilien bedeutet auch immer: Downwinder!

Von Jeri oder dem benachbarten Prea legen dann auch die großen Downwinder ab – bis nach Atins am Lençóis Maranhenses Nationalpark sind es schlappe 340 Kilometer, die gerne in fünf Tagen unternommen werden. Wem das noch nicht genug ist, der legt bereits in Cumumbu gleich hinter Fortaleza los – 600 Kilometer in sechs Tagen, das nennt sich dann berechtigterweise der Iron Man des Downwind.

Die Region Atins und die Lençóis Maranhenses

Der Lençóis Maranhenses Nationalpark wird nur einigen Kitesurfern in Deutschland etwas sagen. Abertausende von Dünen aus feinstem, weißen Sand bieten eine einmaliges Naturschauspiel. In der Regenzeit (Februar – Mai) sammelt sich das Wasser zwischen den Dünen und bildet so ebenso abertausende kleine Lagunen aus klarstem Frischwasser in den Dünentälern, welche in reinstem türkis und azulblau erstrahlen. Dies Schauspiel hält von Ende Mai bis Ende September an. Danach verdunstet das Wasser der meisten Lagunen, größere Oasen bleiben aber bestehen, vor allem zwei Herzen des Parks.

RedBull veranstaltet hier einen speziellen Ausdauerwettbewerb, die ​RedBull Rally dos Ventos​ – dieses Jahr am 16. September 2017 zum zweiten Mal.

Flachwasser und Welle: Das Kiterevier Atins

Neben dem Nationalpark gilt der Spot in Atins selbst als eines der Top-Flatwater-Reviere weltweit. Mit Abflug direkt am Strand von Atins lässt es sich in einer riesigen Flussmündung und Lagune im flachen Wasser freestylen.

Wer es etwas welliger mag, der kitet durch die zwei Sandbänke raus auf das Meer. Auch von hier geht es noch weiter downwind mit spektakulärer Panoramasicht der Dünen im Landesinneren. Es hat also für alle Leistungsgrade etwas, egal ob Pro oder Kitesurf-Einsteiger.

Die besten Konditionen innerhalb der Lagune finden sich bei Ebbe – der Blick in die Tidentabelle lohnt sich (der nächstgelegene Eintrag ist Tutoia). Wind hat es den ganzen Tag, immer verlässlich quer-auflandig.

Kitesurfen lernen und Kiteschulen in Atins

Es finden sich mehrere Kitesurfschulen in Amins, sowie Anbieter für den Trip in den Nationalpark. Empfehlenswert ist die IKO-zertifizierte AtinsKiteboarding Schule. Hier wird Englisch, Französisch, Spanisch und Portugiesisch gesprochen. Außerdem gibt es die Kitesurfschule Maresia – hier wird Englisch, Italienisch und ebenfalls Portugiesisch gesprochen.

Am Strand gibt es ein paar Bars, die auch Storage anbieten. Ansonsten lohnt es sich, eine Pousada in Laufdistanz zum Strand auszuwählen. Der ​Convento Arcádia​ liegt keine 100 Meter vom Strand und bietet eine Einrichtung zur Pflege und Aufbewahrung deines Kitesurfmaterials.

Anreise zum Kitesurfen in Atins

Du kannst zum Beispiel mit Condor günstig direkt nach Fortaleza fliegen – von dort kannst du deine Anreise nach Atins planen (detaillierte Infos auf ​www.atins.me​). Direkt sind das so zwischen zehn bis zwölf Stunden reiner Fahrzeit – das musst du dir nicht antun. Wer von Osten (Fortaleza, Jericoacoara) die Küste entlang tingelt, sei es per Downwinder oder auch über Land, kommt an einigen interessanten Kitesurfspots in Brasilien vorbei.

Alternativ kann man in Fortaleza umsteigen und eine Stunde nach São Luís weiterfliegen. Dort solltest du am besten t ins Nachtleben in der Altstadt eintauchen und dann am nächsten Tag rund vier Stunden mit Taxi/Bus und per Boot den Fluss runter nach Atins. Wer in Brasilien Kitesurfen möchte, der muss die ein oder andere Stunde Anreise in Kauf nehmen!

Ein Zwischenweg ist der Direktflug von Deutschland nach Recife, von dort einen inländischen Flug nach Parnaíba –  dann sind es nur noch vier bis fünf Stunden nach Atins oder ein Zweitagesdownwinder.

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Unterkunft für Kitesurfer in Atins

Atins hat mittlerweile eine große Auswahl an Unterkünften –  von Luxus-Hütten zwischen 250 bis 400Euro bis zum Backpacker Hostel (25 Euro). Wie erwähnt, lohnt es sich auf die Lage zu schauen. Meine Empfehlung speziell für Kitesurfer ist der ​Convento Arcádia​ keine 100 Meter vom Kitesurfspot entfernt.

Ansonsten einfach auf TripAdvisor, Booking.com, Airbnb oder auf der Website des Ortes Atins informieren.

Und wie ist es sonst in Atins?

Atins selbst lässt sich mit Jeri von vor 20 Jahren vergleichen – wer damals zum Kitesurfen in Brasilien hier her kam fand eine völlig andere Infrastruktur und speziellen Vibe vor. Im Ort gibt es ebenfalls keine asphaltierte Strassen, alles spielt sich im feinen Sand ab.

Der Ort ist allerdings etwas weiträumiger angelegt als Jericoacoara – es empfiehlt sich durchaus bei der Unterkunft auf die Distanz zum Strand zu achten, ansonsten macht man sich schnell abhängig von Fahrdiensten und das kann doch etwas daneben gehen. Der Ort ist eher ruhig, eine Partyszene wie in Jericoacoara existiert (noch) nicht, man passt sich schnell dem natürlichen Rhythmus der lokalen Gemeinde von Fischerleuten an und kann sehr gut loslassen und entspannen.

Zwischenzeitlich gibt eine rechte Auswahl an Restaurants, von lokaler bis zu italienischer Küche oder Burgern ist einiges geboten. Für Vegetarier oder gar Veganer wird die Auswahl dann jedoch schon schnell recht dünn.

Kitesurfen in Brasilien ist nicht nur Jeri & Co. – Kitesurf Atins!

Unbestritten: Wer zum Kitesurfen nach Jericoacoara, Cumbucu, Paracuru, Taiba und Co. fährt, der wird einen megaguten Kitesurfurlaub erleben – allerdings wirst du dir den Kitesurfspot mit vielen anderen Kitern teilen müssen. Wenn es sowas heutzutage überhaupt noch gibt, dann ist Atins auf dem Atlas der Kitesurfspots so etwas wie der Secret Spot! (Noch) ist hier mehr als genug Platz am Spot, vor allem Flachwasser-Junkies werden hier ihre Überdosis Kitesurfen abbekommen.

Neben dem Kitesurfen ist es die Natur, die den langen Trip hierher rechtfertigen. Der Nationalpark mit seiner endlosen Landschaft aus Sand und Oasen – ein kitesurfender Computerfreak hätte sich dieses Kitesurf-Paradies nicht besser programmieren können. Wer in Zukunft zum Kitesurfen nach Brasilien kommt, der wird nur schwer einen Bogen an Atins vorbei machen können!

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Noch mehr über Kitesurfen findest du hier bei travelonboards.de

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