Welches Brett passt zu mir

Der Surfboard-Guide: Shortboard oder Longboard – eine Surf-Typberatung

Snowboarden oder Skifahren, nostalgischer VW-Bus oder asiatischer Plastikbomber, Gummibärchen oder Schokolade – im Leben ist es doch ganz oft so: DU hast die Wahl, und damit auch die Qual. Beim Surfen ist das nicht anders: Welchen Spot wollen wir heute probieren? 2/3-Neo oder doch noch den Shorty? Surftrip nach Bali oder Sri Lanka? Genauso ist es bei der Wahl deines Surfboards – welches ist eigentlich das Richtige für dich? Mein Surfboard-Guide gibt dir eine kleine Typ-Beratung!

Klar, Luxusprobleme, denn falsch oder richtig gibt es hier natürlich nicht – wer sitzt schon in Bali am Strand und denkt: So ein Mist, das war wohl die falsche Wahl. Und doch gibt es beim Surfen eine Entscheidung, in der ein wenig Hirnschmalz investiert werden sollte, denn das Ergebnis bestimmt mit, wie viel Spaß du später mit den Wellen haben wirst: Welches Surfbrett passt eigentlich am besten zu mir? 

Cruisen oder Action: Welches Surfboard passt zu mir?

Damit meine ich keine Marken – Surfboards können doch alle einigermaßen zufridenstellend bauen! Ich meine die Form deines Surfboards. Denn die Maße deines Boards haben auf der Welle einen großen Anteil daran, wie du den Ozean abreiten kannst. Bist du eher der entspannte Cruiser und freust dich über ein paar ganz entspannte Wellen pro Surf-Session? Liebst du es, ein paar deiner Skateboardtricks mit auf die Welle zu zaubern? Oder bist du einzig und allein darauf aus, die Tube zu erwischen? In diesem Post kannst du etwas über die verschiedenen Arten von Surfbrettern herausfinden – und welche Bedeutung der Shape für die Performance auf der Welle hat. Bei travelonboards bekommst du deine Surfer-Typberatung – und am Ende wirst du Dir die Frage beantworten können: Welches Surfbrett passt eigentlich zu mir?

Egal, ob du dir ein neues Brett zulegen möchtest oder lieber in ein gebrauchtes investieren wirst (dann solltest du dir den Post von Julian von surfnomade.de durchlesen), du musst wissen, nach welchem Surfbrett du eigentlich suchst. Klar, am Ende wird dir die Erfahrung im Wasser, auf dem Brett und in der Welle zeigen, welches Surfbrett zu Dir und deinem Typ passt. Wenn du dich aber im Vorfeld mit der Materie ein wenig auskennst, kann das nicht schaden. Die meisten Surfer, die ich kenne, surfen mit zwei verschiedenen Arten von Brettern – eins für kleine, das andere für große Wellen. Wahrscheinlich wirst auch du nicht vier oder fünf Surfbretter mit auf deinen Surftrip nehmen, außer du hast zu viel Geld und einen persönlichen Boardbag-Träger! Deshalb: Augen auf bei der Surfbrett-Auswahl

Welches Brett passt zu mir

 

Ich glaube, das während eines Wellenritts das Wesen, der Charakter und der Typ eines jeden Surfers zum Vorschein kommt, und genau deswegen sollte auch die jeweilige Brettwahl kein Zufall sein. Ich bin fest davon überzeugt, dass es für jeden Surfer irgendwo das perfekte Surfbrett gibt, die Frage ist nur, ob sich die beiden auch finden. Ich hoffe, ich kann dir mit diesem Post ein wenig bei der Suche nach deinem perfekten Surfbrett helfen.

Eine kleiner Surfboard-Guide inklusive Typ-Beratung

Der Shape eines Boards ist eine Wissenschaft für sich – ganze Abhandlungen, nächtelange Diskussionen und wissenschaftliche Tests wurden dazu durchgeführt. Ich möchte dir hier einen ersten Überblick verschaffen.

welches Surfbrett passt zu mir?

 

  • Mini-Malibu/Funboard: Perfekt für Surf-Einsteiger. Das Brett hat ein großes Volumen und Stabilität, dadurch lassen sich auch kleine Wellen gut anpaddeln und abreiten. Viele der Einsteiger-Boards haben eine Schaumstoff-Oberfläche, was Stürze zu Anfang nicht ganz so schmerzhaft macht.
  • Shortboard: Die kleinen Maße und das geringe Volumen des Surfbretts erfordern einen Surfer, der weiß, was er zu tun hat. Das Shortboard ist extrem wendig und und kann sehr viel Fahrt aufnehmen – allerdings auf Kosten der Stabilität, die nur ein geübter Surfer auf dieser Art von Brett findet. Der geringe Auftrieb erschwert das Anpaddeln einer Welle, deshalb solltest du als Shortboard-Surfer ein paar Muckis in den Armen haben.
  • Fish: Mit dieser Planke kann jeder Spaß haben – egal ob Surf-Einsteiger oder Profi. Kurz, breit, viel Volumen – das ist ein Fish-Surfboard. Perfekt geeignet für kleinere Wellen, aber auch dein treuer Freund in Überkopf-Brechern.
  • Longboard: Der LKW unter den Surfboards. Lang, breit, viel Volumen – und damit eher etwas für geübte Surfer. Zwar kannst du als Einsteiger damit in kleinen Wellen deine ersten Surf-Versuche machen, aber sobald der Ozean etwas mehr Energie in deine Richtung schickt, solltest du das Longboard zurück an den Strand bringen. Der Tanker ist nur schwierig zu manövrieren und für Duck-Dives völlig ungeeignet.
  • Gun: Sehr lang, schmal und viel Volumen – eine Gun ist der Rennwagen unter den Surfbrettern. Nur etwas für absolute Profis, die erst ins Line-Up paddeln, wenn die Wellen mindestens Doppelt-Überkopf brechen.

 

Typberatung: Welches Surfboard passt zu Dir?

Es gibt unzählige Surfbrett-Formen und Arten, alle zu Beschreiben wäre eine jahrelange Recherche und ein Post, der durch das halbe Internet reicht. Deshalb habe ich mich hier auch die vier gängigsten Shapes fest gelegt – die verschiedenen Variationen auszustesten, bleibt natürlich euch überlassen. Das Mini-Malibu habe ich hier außen vor gelassen – egal welcher (Surfer-)Typ du bist oder wirst, du solltest dich auf jeden Fall zunächst damit ausprobieren.

(Noch) surfen die Boards glücklicherweise nicht von alleine, auch das Geschick des Surfers spielt eine Rolle. Zum besseren Verständnis unterscheide ich die Könnerstufen in diesem Post:

  • Einsteiger: Du hast Surfer und ihre Bretter bisher nur in Videos gesehen und hast große Lust, den schönsten Sport der Welt einmal auszuprobieren. Mach dich bereit: Das unbeschreibliche Erlebnis deiner ersten gesurften Welle steht kurz bevor.
  • Fortgeschritten: Du bist schon die ein oder andere grüne Welle (der nicht brechende Teil der Welle!) gesurft, schaffst ein paar Manöver und findest dich im Line-Up zurecht.
  • Profi: Who the fuck is Kelly Slater?

Passt ein Longboard-Surfbrett zu mir?

Bist du eher der entspannte Typ und gleitest ohne große Hektik durch dein (Surfer-)Leben? Stress, Ellenbogen-Gesellschaft und maximale Ausbeute tangieren dich schon in der realen Welt ziemlich wenig, deshalb hast du auch in Boardshorts wenig Lust auf einen hohen Puls. Trifft das auf dich zu? Dann solltest du mal ein Longboard ausprobieren!

Welches Brett passt zu mir

 

Das Longboard ist das klassische Surfbrett. Nachdem die Menschen in Poynesien aufhörten, auf Palmstämmen durch die Brandung zu rutschen, und anstelle die ersten geformten Surfbretter zu Hilfe nahmen, war das Longboard geboren. Die ersten Planken waren aus Balsaholz, wogen rund 30 Kilo oder mehr und mussten oft von zwei Surfern in das Line-Up geschleppt werden. Diese Zeiten sind vorbei, heute sind Longboards hoch moderne Surfbretter, die zwar immer noch sperrig, aber eben lange nicht mehr so schwer sind. Durch ihre Länge, Breite und den Auftrieb sind diese Surfbretter besonders für langsame und runde Wellen geeignet. Dank des großen Volumens erreicht der Surfer eine höhere Geschwindigkeit und kann dadurch früher in der Welle aufstehen. Der flache Rocker (die Krümmung deines Surfboards) und die lange Kante verbessern ebenfalls das Gleit-Verhalten und verhelfen auch Surf-Einsteigern schnell zu ersten Erfolgserlebnissen in kleinen Wellen – zumindest was das Aufstehen betrifft. Das große Brett ist ziemlich schwierig zu manövrieren, wenn es also darum geht die Wellen richtig abzureiten, sollten sich eher Fortgeschrittene damit ins Line-Up stürzen!

Und für den Zuschauer ist es immer cool mit anzusehen, was die Longboard-Surfer alles mit ihrer Planke anstellen – an Style ist das kaum zu überbieten.

 

Passt ein Shortboard-Surfbrett zu mir?

Du willst auf jeden Fall immer mitreden können, egal wann und wo? Du probierst alles gerne aus und möchtest dich auch nicht unbedingt immer sofort fest legen? Je nach Lust und Laune kannst du entspannt, aber auch mal ziemlich aufbrausend sein? Wenn es dich packt, dann geht es auch mit dem nötigen Enthusiasmus, Ehrgeiz oder sogar Aggressivität an eine Sache ran? Alright, in dein Boardbag sollte unbedingt ein Shortboard!

Das Shortboard macht alles mit, vielleicht nicht immer bis zur Perfektion, aber dafür immer, überall und das überzeugend. Auch bei den Shortboards entscheiden natürlich die Maße über die jeweilige Leistung in der Welle – das eine ist besser in schnellen und hohen Wellen, das andere wurde eher für Tricks gebaut. Grundsätzlich gilt aber: Mit einem Shortboard kannst du alles Surfen: Kniehoher Onshore-Mist bis hin zur Stand-Up-Barrel, entspannt in der Welle cruisen oder viele schnelle Turns und Tricks in deinen Ritt einbauen.

 

Dank der spitz zulaufenden Nase, der mittleren Krümmung des Bretts und der verschieden geshapten Enden des Boards sind Shortboards ziemlich wendige Surfbretter. Der Shape des Tails, also des Board-Hecks, ist eine Wissenschaft für sich – es gibt „rounded pin-tail“, „squash-tail“ oder „fish-tail“. Grundsätzlich gilt: Je runder der Tail, umso stabiler bleibt das Surfbrett in der Welle.

Surf-Einsteiger sollten das Shortboard erst einmal im Boardbag lassen, denn das Aufstehen auf das Board und die hohe Instabilität des Surfbretts frustrieren Anfänger nur – wenn du den „grünen“ Teil der Welle kontrolliert abreiten kannst, dann solltest du auch über ein Shortboard nachdenken.

Passt ein Fish-Surfbrett zu mir?

Du bist ein humorvoller Mensch und hast öfters mal Lust, rum zu albern? Du bist ziemlich entspannt drauf, kannst aber zwischendurch auch mal ziemlich ehrgeizig werden und die Ansprüche an dich selbst nach oben schrauben? Es ist Dir ganz egal, welche Bedingungen der Tag mit sich bringt, du bist auf jeden Fall gut drauf und hast Lust auf jede Menge Spaß? Wenn allerdings die nötige Seriosität verlangt wird, dann kannst du auch das liefern!

Keine Frage, schau dich mal nach einem Fish-Surfbrett um!

Welches Brett passt zu mir

Ein Fish-Board ist ist sozusagen die eierlegende Wollmilchsau unter den Surfbrettern. Die Form kommt als gestauchte Version eines Shortboards daher: Kürzer, breiter, mehr Volumen. Dadurch erreichst du schnell eine höhere Geschwindigkeit und kommst schneller in die Welle – perfekt für Tage, an denen die Wellen eher kleiner und nicht so steil sind. Aber auch an großen Tagen, oder wenn die Wellen hohl brechen, machst du mit einem Fish nichts falsch. Auch wenn dein Fish aussieht wie der kleine Dicke von nebenan, das Gerät kann auf der Welle eine erstaunliche Geschwindigkeit entwickeln und dadurch den brechenden Teil der Welle locker hinter sich lassen oder dich durch die Barrel katapultieren. Das Surfen mit einem Fish-Surfboard ist innovativ, frisch, irgendwie anders! Für Manöver musst du mehr investieren, was dir dann wieder auf deinem Shortboard zugute kommen wird.

Meiner Meinung nach können fortgeschrittene Surf-Einsteiger relativ schnell auf einen Fish umsteigen und dadurch früh in der Surf-Karriere die Welt des Shortboard-Surferns kennen lernen. Für mich persönlich ist der Fish das Surfbrett der Wahl, damit habe ich in den Wellen den meisten Spaß und kann mich am besten an die jeweiligen Bedingungen anpassen. Kann ich nur jedem empfehlen – vor allem deutschen Nord- und Ostseesurfern!

 

Passt ein Gun-Surfbrett zu mir?

Mit Verlaub: Wahrscheinlich nicht! Aber vielleicht bist du ja ein Adrenalin-Junkie? Du hast Bock auf Action? No pain, no gain? Du testest gerne deine Grenzen aus und hältst nicht allzuviel von Kompromissen?

Killer – kauf Dir eine Gun!

Eine Gun ist lang, sehr lang, ziemlich schmal mit ordentlich Volumen – perfekte Voraussetzungen, um damit große Wellen anzupaddeln. Richtig große Wellen! Deshalb gehört eine Gun auch nicht standardmäßig in den Boardbag, sondern sollte wirklich nur eingesetzt werden, wenn der Surfer auch weiß, was er da macht. Mal ganz abgesehen davon, dass eine Gun nicht wirklich in einen normalen Boardbag passt…

So – welches Surfbrett passt jetzt zu Dir?

Tja, die Auswahl ist riesig, die verschiedenen Variationen mannigfaltig. Es ist nicht einfach, das richtige Brett für sich zu finden. Allerdings solltest du es auch nicht zu kompliziert gestalten. Das richtige Brett ist das, mit dem du in den Wellen am meisten Spaß hast. Ich habe schon Longboards durch die Barrel ballern und Shortboards in kleinen Onshore-Wellen glänzen sehen. Es gibt keinen „Traum-Boardbag“, denn es kommt auch immer darauf an, welche Wellen du wo surfen willst, und wie du gerade so drauf bist. Wenn du dir nicht sicher bist, welches Surfbrett am besten zu dir passt, dann leihe dir an den Stränden dieser Welt einfach verschiedene Surfbretter aus und teste, welches Surfbrett am besten zu dir passt. Wichtig ist doch, zumindest ein Surfbrett unter den Füßen zu haben!

Hast du schon verschiedene Surfbretter getestet? Welcher Shape passt am besten zu Dir? Ich freue mich über eure Kommentare unter diesem Post – oder aber über eure Fragen und Anregungen!

Der Surfboard-Guide: Shortboard oder Longboard – eine Surf-Typberatung
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3 Kommentare

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  1. […] Solltest du (noch) kein eigenes Board besitzen oder dich entschieden haben, dein Material vor Ort zu leihen, dann kannst du dies meistens über die Surfhostels- und Camps machen, oder du gehst in den lokalen Surfshop und suchst da nach deinem Stick. Die Tagesmiete für ein Surfbrett beträgt meistens zwischen fünf und zwanzig Euro – wenn du ein Board für mehrere Tage, eine Woche oder noch länger mietest, dann solltest du auf jeden Fall mit dem Verleiher handeln. […]

  2. […] Unbedingt die eigenen Bretter mitbringen, im Ort gibt es keinen Surfshop. Die Surfschule verleiht Boards, die allerdings in einem jämmerlichen Zustand sind. Falls Not ist, am besten die Locals fragen. […]

  3. […] um ins Line-Up zu hüpfen. Vielleicht solltest du dir als verfrühtes Weihnachtsgeschenk einfach dein Traum-Surfboard gönnen, das du schon so lange möchtest. Mit einem neuen Stick unter deinen Füßen ist doch dann alles […]

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