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Surfen im Winter: Zehn coole Tipps für Wellenreiter!

Die Zeit, als wir Surfer in Boardshorts oder Bikini am Strand und im Line-Up rumhängen konnten, ist vorbei! Es ist Winter, das Thermometer rutscht in den Keller,  der Weihnachtsmann ist unterwegs und an der Garderobe hängt der dicke Neoprenanzug. Macht aber nichts, mit meinen Tipps zum Surfen im Winter schaffst du es auch in der kalten Jahreszeit ins Line-Up! 

Bis auf die Technik und den Spaß hat Surfen im Winter mit Wellenreiten im Sommer relativ wenig zu tun. Alles, was das Surfen sonst noch erlebenswert macht, fällt beim Surfen im Winter flach: Am Strand abhängen, den Surf-Lifestyle genießen, das kalte Getränk im Sonnenuntergang.

Das ist aber alles egal – finde ich!

Natürlich ist es super, im Sommer einen ganzen Tag am Strand zu sein und zwischendurch surfen zu gehen, aber der Wintersurf hat einen großen Vorteil! Alles reduziert sich auf das Eine, was die Leidenschaft in uns allen irgendwann geweckt hat: Der Ritt auf der Welle!  Das Drumherum wird unwichtig oder gar unmöglich, das Einzige was wirklich zählt, ist die Zeit im Wasser – pure and simple!

Genau betrachtet hat Surfen im Winter sogar jede Menge Vorteile:

  • fast jeder Wellenspot dieser Erde hat im Winter die besseren Wellen
  • die Line-Ups sind um einiges leerer als in den warmen Monaten
  • Anreise, Unterkunft und Verpflegung ist im Winter an der Orten zum Surfen billiger
  • Surfen im Winter macht dich richtig fit
  • die Preise der Surfschulen sind billiger und die Unterrichts-Gruppen kleiner
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Surfen im Winter bedeutet Qual der Wahl

Das Schöne ist doch, dass Surfen im Winter heutzutage überhaupt möglich ist! Vor den Zeiten des Gummianzugs war nämlich um diese Jahreszeit erst einmal für ein paar Monate Surfpause angesagt! Darum: Einfach dankbar sein, dass wir heute, egal wo, das ganze Jahr über ins Wasser kommen – Surfen im Winter ins einfach faszinierend und etwas ganz Besonderes! Clemens und Isa vom coldwatermag zelebrieren die Art des Surfens und berichten immer wieder von fantastischen Surftrips in den hohen Norden.

In der kalten Jahreszeit gibt es für landlocked-Surfer und Surfer, die in unseren Breitengraden an der Küste wohnen eigentlich nur zwei Möglichkeiten, um ins Line-Up zu kommen:

Boardbag packen, einen Flug buchen und zum Surfen ab ins Warme!

oder

dicken Wetsuit an und die folgenden Punkte berücksichtigen!

Solltest du dich für Boardbag und Wärme entschieden haben, dann solltest du dir unbedingt meine Checkliste zur Vorbereitung auf deinen nächsten Surftrip holen!

Keine Lust auf Kälte? Plane hier deinen Surftrip ins Warme!

Behalte den Überblick! Hier kannst du dir hier deine persönliche Surftrip-Checkliste gratis runterladen.

Bereite dich Step-by-Step auf deine Jagd nach den Wellen vor – mit Zeitangabe und einzelnen Planungsschritten zum abhaken!


Winter Surf-Essentials

Das Weckerklingeln alleine ist im Winter schon einiges hässlicher als im Sommer, der Gedanke an sechs Grad Wassertemperatur machen das Zurückklappen der Bettdecke nicht einfacher. Im Laufe der Jahre wurden nicht nur meine Wetsuits immer dicker, sondern auch die Liste an Motivationshilfen länger.

Fest steht: Surfen im Winter ist verdammt hart! Aber mit ein paar kleinen Tricks hätst du deinen Wellencount auch in dieser Jahreszeit hoch! Ich habe mir ein paar Tools, Ansichten und Verhaltensweisen zurecht gelegt die mir immer wieder helfen, mich (gefühlt) selber in den Hintern zu treten, um ins eiskalte Wasser zu kommen. Bei seatemperature.org kannst du übrigens nachschauen, wie warm das Wasser an deinem Surfspot gerade ist.

Ob Surfen im Winter Spaß macht, hängt einzig und allein von der richtigen Vorbereitung ab! Hier sind meine „Winter Surf Essential“, oder 10 Tipps, wie du trotz Winter zum Surfen kommst!

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1. Zieh den dicksten Gummi an, Mann!

Naheliegend – ein guter Wetsuit ist die grundelegende Voraussetzung für Surfen im Winter. Die heutigen Anzüge sind so gemacht, dass locker eine zweistündige Surfsession in eisigen Temperaturen drin ist. Allerdings sollte der Anzug einigermaßen neu und/oder gut gepflegt sein, nur so behält er seine Wärmespeicher-Funktion. Du verlängerst die Lebensdauer deines Neoprenanzuges mit einem einfachen Trick: Einfach nach Gebrauch mit lauwarmen Wasser abspülen und zum trocknen NICHT in die Sonne hängen!

Auch die Dicke des Anzuges entscheidet darüber mit, wie lange du es im Wasser aushältst. Im Winter solltest du nicht weniger als vier Milimeter Gummi an deinen Körper packen. Gängige Neoprenanzüge für den Winter haben meistens fünf Millimeter am Körper und vier Millimeter an den Extremitäten (5/4er). Ich trage unter dem Neoprenanzug meistens noch einen zusätzlichen „Hoodie“: ein Millimeter Neopren zum drunterziehen inklusive Haube – sehr empfehlenswert! Je nach Witterung sind natürlich auch irgendwann Handschuhe und dicke Neoprenschuhe angesagt – damit auch Finger und Zehen warm bleiben!

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2. Alles, was wärmt

Ich nehme oft einen Kanister mit sehr warmen Wasser mit an den Strand. Vor der Session kannst du das Wasser über deinen Anzug kippen – fertig ist der vorgewärmte Neoprenanzug! Außerdem sieht es ziemlich lustig aus, wenn du dampfend mit deinem Surfbrett unter dem Arm am Strand aufrockst. Wenn du dir einen Surfbucket organisierst, dann kannst du das warme Wasser inklusive Neoprenanzug darin verstauen!

Auch empfehle ich dir die gute alte Thermoskanne – nichts weckt die Lebensgeister mehr, als ein Schluck heißer Tee nach deiner eisigen Surf-Session. Statt Tee kannst du auch heiße Brühe in die Kanne kippen, damit füllst du nicht nur die Flüssigkeit, sondern auch deinen Energiespeicher direkt wieder mit auf.

Und, liebe Surferinnen und Surfer, schämt euch nicht – holt eure lange Unterhose aus den Tiefen eures Kleiderschranks und legt sie euch schon mal parat – nach eurem winterlichen Surf werdet ihr dankbar sein für das gute alte Stück aus Kindertagen!

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3. Bring das richtige Essen mit

Surfen ist anstrengend, aber Surfen in kaltem Wasser ist absolut ermüdend. Dein Körper muss so viel zusätzliche Energie aufwenden, um warm zu bleiben, dass du viel schneller schlapp bist als bei einer Surf-Session im Sommer. Bananen, Avocado, Suppen, aber auch fertige Energie-Riegel helfen dir, deinen Energie-Level wieder nach oben zu bringen und machen dich fit für eine zweite Session zu Surfen.

Kleiner Tipp: Die schleimigen Pasten, die sonst Ausdauer-Sportler zu sich nehmen, schmecken zwar widerlich, sind aber für einen schnellen Energie-Boost perfekt. Das kleine Tütchen kannst du dir sogar in den Neoprenanzug stecken und dir das Zeug dann während der Session reinziehen (die leere Packung gehört selbstverständlich in den Müll 😉

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4. Pack Kokosnuss-Öl, Vaseline oder Melkfett ein

Kein Witz, wenn du dir deine exponierten Stellen – Gesicht, Hände, Füße – mit einem dieser Mittelchen einreibst, dann werden diese länger gegen Kälte geschützt. Ich persönlich bevorzuge Kokosnuss-Öl, da es nicht so sehr schmiert, besser riecht und (hoffentlich) auch umweltverträglicher ist. Am besten ihr schaut mal bei den Jungs vom Saltwatershop (bei der Bestellung einfach „SWStravelonboards“ mit angeben und schon spart ihr 10%!) nach, da findet ihr mit Sicherheit einige passende Produkte, die gut zur Natur sind!

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5. Geh besser nicht alleine Surfen

(Fast) Alles ist besser und macht mehr Spaß gemeinsam mit Leuten, die du magst. So ist das auch beim Surfen – die Motivation in einer Gruppe ist einfach größer. Das fängt morgens beim Klingeln des Weckers an – wenn du alleine los willst, drehst du dich jetzt vielleicht noch einmal um, aber einen Surf-Buddy hängen lassen? Eher nicht!

Wie wichtig ein Surf-Buddy ist, das hat Sabine von seayousoon ganz herrlich beschrieben. Surf-Buddies verlängern die Surf-Session!

Hinzu kommt der Sicherheit-Aspekt. Mit mehreren im Line-Up könnt ihr gegenseitig auf euch aufpassen, sollte dir da draußen alleine etwas zustoßen, kann das fatale Folgen haben!

6. Nimm dir kleine Surf-Ziele vor

Bei Sonne und Wärme ist alles ganz anders – der Sommer lebt praktisch von persönlich formulierten Zielen: Fit werden, Beach-Body bekommen, so viel Sckokoladen-Eis wie möglich essen. Surfen im Winter allerdings besteht aus dem Kampf gegen akuten Motivationsverlust.

Deshalb habe ich angefangen, mir ganz kleine Ziele zu stecken. Sie sollen mich jedes Mal aufs Neue motivieren, ins Line-Up zu hüpfen. Zum Beispiel will ich bei der nächste Surf-Session ausschließlich Rechts-Wellen surfen, oder in der kommenden Woche werde ich mindestens zweimal Surfen gehen….! Setz deine Ziele so, dass du sie auch realistisch erreichen kannst, denn nur so schaffst du es, deine Motivation hoch zu halten.

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7. Gönn dir!

Egal ob Surfen im Winter oder im Sommer – wenn du ein Stück neues Equipment hast, dann brauchst du gar keine extra Motivation, um ins Line-Up zu hüpfen. Vielleicht solltest du dir als verfrühtes Weihnachtsgeschenk einfach dein Traum-Surfboard gönnen, das du schon so lange möchtest. Mit einem neuen Stick unter deinen Füßen ist doch dann alles egal – Winter, Eisberge, Schneesturm – du wirst auf jeden Fall damit Surfen gehen wollen. Es muss aber auch gar nicht so etwas teures sein wie etwa ein neues Brett, ein paar frische Neopren-Handschuhe oder eine Haube machen dich neugierig, ob dir damit bei der nächsten Session endlich pudelwohl im Eismeer ist.

8. Das Gefühl danach…

…ist doch einfach unbeschreiblich schön! Kennst du das: Nach der zweistündigen Surf-Session kommst du zurück an den Strand und das Adrenalin rauscht (im Winter vielleicht dickflüssiger als sonst) durch deinen Körper. Dieses einmalige Gefühl wird beim Surfen im Winter noch verstärkt. Versuche, dieses Gefühl vor deiner eiskalten Surf-Session zu visualisieren, mache dir im wahrsten Sinne des Wortes „warme Gedanken“ und du wirst sehen, die Kälte erscheint gar nicht mehr so kalt!

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9. Sei stolz und belohne dich!

Du kannst stolz auf dich sein: Du hast dich überwunden, hattest jede Menge Spaß und warst Surfen! Das können an einem eisigen Wintertag wohl nur die Wenigsten (in Deutschland) von sich behaupten. Und was natürlich auch ganz wichtig ist – belohne dich!

Wenn du so sehr frierst, dass deine Zähne klappern und du deine Finger nicht mehr spüren kannst, dann sind auch Kleinigkeiten eine wahre Belohnung. Ein Stück Schokolade zum Beispiel kann dein Belohnungs-Zentrum im Hirn zu wahren Freudentänzen verführen.

10. Schau dir jede Menge Surffilme an!

Visualisiere – das hilft! Surffilme sind eine super Motivationshilfe – egal ob Sommer oder Winter. Aber besonders in der kalten Jahreszeit habe ich fest gestellt, dass ich nach einer ordentlichen Portion Surffilm am liebsten direkt ins Line-Up springen möchte, egal ob 20 oder zwei Grad Wassertemperatur. Eine Strategie dabei ist es, sich Surffilme aus warmen Regionen anzuschauen, wo die Jungs und Mädels mit nichts als ihrem Brett und der Boardshorts oder dem Bikini Surfen gehen. Bei mir stellt sich dann nämlich immer die Haltung ein: „So, den Warmduschern zeige ich es morgen“! Die anderen ist es, sich die „Brüder im Geiste“ auf der Mattscheibe rein zu ziehen – die Jungs von binsurfen haben mit Headache das absolute Standardwerk geliefert.

Surfen im Winter kann ziemlich cool sein!

So, jetzt liegt es an Dir, wie oft du in den kommenden Monaten ins Line-Up kommst. Klar, bei den materiellen Tipps kommt es immer darauf an, wie dick dein Surf-Budget gerade ist, aber die übrigen Anregungen sind gratis. Versuche doch mal, einen der Punkte anzuwenden und bei Erfolg die anderen in dein Surf-Vorbereitungen mit einzubeziehen.

Falls du noch weitere Tipps, Tricks und Anregungen hast, die das Surfen im Winter angenehmer machen, dann einfach hier unten in die Kommentare packen!

Viel Spaß wünsche ich!

Surfen im Winter: Zehn coole Tipps für Wellenreiter!
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  1. […] Surfen im Winter – zehn coole Tipps für Wellenreiter […]

  2. […] Wenn es im Winter im übrigen Europa kalt und dunkel ist, holen sich wellenhungrige Surfer hier ihre Dosis Wellen ab: Das ganze Jahr milde Temperaturen, guter Lifestyle und konstante Wellen wirken wie das Licht auf Fliegen! Selbst im Winter kannst du tagsüber im T-Shirt über den Strand hopsen, zwischen den Surf-Session gönnst du dir einen leckeren Galao und eine der köstlichen portugiesischen Leckereien an einem der gemütlichen Strand-Cafés mit Blick auf´s Meer – it doesn´t get any better than this, right! […]

  3. […] Surfen im Winter hat auch seine ganz besonderen Reize, aber es liegt natürlich auf der Hand, wieso die wärmere Jahreszeit für die Sportler schöner ist, die viel Zeit im Wasser verbringen. Im Frühling und im Sommer haben einige Regionen in Europa ein ganz besonderes Alleinstellungsmerkmal – das Wasser an ihren Küsten wird besonders warm! Zum Beispiel liegt die Bucht der Biscaya, also Süd-Frankreich, so weit entfernt von den kalten Meeresströmungen, dass sich der Ozean über die Sommermonate aufwärmen kann. In Portugal, Marokko oder den Kanaren ist dieser Effekt zwar auch da, aber abgeschwächt – die sogenannte Kanarische Strömung sorgt hier das ganze Jahr für kühle bis kalte Wassertemperaturen. Aber bitte: Surfen ist eben ein Outdoor-Sport – außerdem gibt es jede Menge Gummi, die du an deinem Körper anbringen kannst! […]

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