das line-Up beim surfen und Wellenreiten

Das Line-Up beim Surfen – ein ganz besonderer Mikrokosmos

Wenn du nicht gerade den Secret Spot entdeckt hast, dann wirst du dich an den meisten Wellen sehr wahrscheinlich in einem Pulk aus Surfern wiederfinden, die genau das selbe wie du wollen: die nächste Welle surfen! Diese Ansammlung an Surfern hat einen Namen: Das Line-Up. Wie mit so vielen Begriffen beim Surfen ist auch dieser Begriff nur schwierig zu übersetzen – vielleicht als Wellen-Warteraum?

Fest steht jedoch: Das Line-Up ist der Lieblingsort der Surfer – denn hier gibt es das, wofür wir alle leben, reisen, arbeiten: Wellen zum surfen! Ich beschreibe in diesem Beitrag, wie ich das Line-Up beim surfen so erlebe und welche Erfahrung ich gemacht habe – wenn ihr allerdings auf Fakten und Regeln steht, dann werdet ihr hier fündig:

10 Tipps für entspanntes surfen im Line-Up!

surfer drop in wave surfing surf wellenreiten

Ein Drop-In kann zu üblen Verletzungen führen

Das Line Up als Hot-Spot für Surfer

Das Line-Up für Surfer ist vergleichbar mit der unberührten Powder-Piste bei Snowboardern, wie der Coffe-Shop für Kiffer oder der Strafraum für Fußball-Stürmer. Per Definition ist das Line-Up die Gesamtheit aus Surfern, die im Wasser auf ihren Brettern sitzen und auf die herein rollenden Wellen warten. Es ist die Stelle in der Brandung, wo die Wellen die optimale Form für Surfer bilden, um aufzustehen und ins Wellental hinunter zu rauschen.

Das ist das Line-Up, ganz praktisch betrachtet, und doch ist beinhaltet dieser Ort zum wellenreiten so viel mehr. Denn dieser kleine Fleck im riesigen Ozean ist für uns Surfer ein ganz spezieller Ort – er kann absolutes Glück bedeuten oder aber jede Menge Frustration, und manchmal kann es dort sogar mächtig weh tun.

Das Line-Up beim Surfen lernen

Das Line-Up ist ein Mikrokosmos, der eigentlich überall auf der Welt gleich oder zumindest sehr ähnlich funktioniert – und eben doch immer verschieden ist. Dieser Bereich da draußen auf dem Wasser ist eine spannende Angelegenheit – faszinierend und ziemlich nervig zugleich. Am Beginn meiner “Surf-Karriere” habe ich dieses Sozialgefüge oft unterschätzt. Es dauerte ziemlich lange bis ich kapierte, wieso diese Gruppe von Menschen, die eigentlich das gleiche möchte, oft so unfreundlich miteinander umgeht, oder wieso jetzt der die Welle nimmt auf der ich mich eigentlich schon gesehen habe. Wenn man gerade das surfen lernt, ist man ausreichend mit sich, seinem Brett und den Elementen beschäftigt – da bleibt wenig Zeit, sich auch noch um ein inoffizielles Regelwerk oder Zwischenmenschliches zu kümmern.

Allerdings: Das Line-Up ist Teil der Surf-Kultur, und wer wellenreiten möchte, der sollte sich damit auseinandersetzen. Grundvoraussetzung dafür sind eben die Regeln – spießig, wird jetzt der ein oder andere sagen, aber ohne diese funktioniert es nicht und daran sollte sich einfach jeder halten – egal ob Profi oder Anfänger. Deshalb versuche ich mit diesem Text zum einen das Line-Up aus meiner Sicht zu beschreiben und dem ein oder anderen so ein wenig verständlicher zu machen, zum anderen bekommt ihr hier 10 Tips zum entspannten surfen im Line-Up.

surf surfing wellenreiten lineup

Die Enge im Lineup kann bezüglich der Aussicht auch von Vorteil sein!

Das Line-Up ist nicht nur zum surfen da?!

Die Line-Ups sind auf der ganzen Welt verschieden, wenn sich aber etwas beobachten lässt, dann dies: Je weniger Menschen im Line-Up, umso entspannter geht es zu. Je bekannter die Welle, umso stressiger wird es. Die Herausforderung für jeden Surfer, egal ob Profi oder zum surfen lernen, die Line-Ups dieser Welt werden immer größer! Es gibt Wellen auf diesem Planeten, da kann man als fremder Surfer froh sein, wenn man nach einer Session wenigstens eine Welle bekommen hat und alles an Brett und Körper noch heil ist.

Ich habe es zum Beispiel auf Bali im Line-Up von Uluwatu erlebt, dass jemand regelrecht im Wasser verprügelt wurde. In Australien wurde ich Zeuge, wie ein Local einen fremden Surfer aus dem Wasser begleitet hat um ihm dann am Strand erst sein Brett und anschließend seine Nase zu brechen. Es gibt sogar eine Art Surf-Gangs, die “ihr” Line-Up bestimmen – zum Beispiel das “Wolf-Pack” an der Banzai-Pipeline auf Hawaii.

Chillen und Surfen im Line-Up

Ok, das sind die Extreme, aber oft, viel zu oft erlebe ich eine ziemlich aggressive Stimmung da draußen. Es geht nämlich auch anders: Auf Sri Lanka zum Beispiel scheint sich die buddhistische Grundstimmung auch aufs Wasser zu übertragen, in Portugal, wenn auch nicht gerade rund um Peniche oder Ericeira, sind die Locals sehr freundlich und redefreudig. Australien liegt irgendwo dazwischen, das Aussie-Line-Up ist jetzt nicht gerade wahnsinnig freundlich, aber eben alles andere als aggressiv. Wahrscheinlich liegt das einfach daran, dass Surfen für die Australier teil ihrer Kultur ist – wie bei uns der Fußball.

Ich habe inzwischen durch meine Haltung (m)einen Platz in den Line-Ups dieser Welt gefunden. Grundsätzlich gilt: Mit ein wenig Rücksicht, Freundlichkeit und weniger Egoismus können wir das Line-Up zu einem besseren Ort machen. Jeder Surfer kann seinen kleinen Teil dazu beitragen, das Line-Up angenehmer zu gestalten, die Zauberworte sind Toleranz, Respekt und Zurückhaltung – egal ob Short- oder Longboarder, Anfänger oder Profi, ob Surfer oder Bodyboarder!

Hund Katze nicaragua surf surfing

Wenn sich jeder ein wenig entspannt, dann kommen doch alle miteinander gut aus!

Wie hast du das Line-Up erlebt? Kennst du Geschichten aus dem Line-Up beim surfen? Schreib mir deine Erfahrungen!

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