surfen in nicaragua

Was kostet Nicaragua!

„Wer günstig reisen möchte, der muss nach Asien“, so oder so ähnlich lautet ein ungeschriebenes Gesetz der Low-Budget-Travel-Gemeinde. Wohl wahr, aber die asiatischen Länder sind nicht die einzigen Gegenden des Planeten, in denen die Reisekasse nur ganz langsam an Gewicht verliert.

Mittelamerika als kostengünstige Alternative

Mittelamerika ist eine gute Alternative für kostenbewusste Reisende. Mal abgesehen von Mexiko und Costa Rica, die sich im zum Beispiel bei den Lebensmittelpreisen so langsam an Deutschland angleichen, ist so ziemlich jedes Land in der Mitte von Amerika eine Reise wert. Ein Land lohnt sich aber ganz besonders: Nicaragua.

Wenn du gerne Bus fährst, kein Problem mit Mehrbettzimmern hast und auch sonst unterwegs nicht allzu viel Luxus benötigst, dann wirst du in „Nica“ dein Glück finden.

Mittelamerika vs. Asien

Im Vergleich mit Indonesien zum Beispiel müsst du zwar etwas tiefer in die Tasche greifen, aber in Bezug auf Preis-Leistung ist Nicaragua trotzdem ganz vorne mit dabei. Während Reisende in Indo für 1,50 Euro ein üppiges Mittagsmahl vorgesetzt bekommen, muss in Nicaragua mit 2,50 Euro bis vier Euro gerechnet werden. Grundsätzlich gilt: Lokal isst billiger! Sobald etwas „westliches“ auf den Tisch kommt, wird der Geldbeutel zusätzlich erleichtert.

Bei den Übernachtungen verhält es sich ähnlich! In Indonesien ist es durchaus noch möglich, seinen Kopf für einen Euro die Nacht auf einer Reismatte zu parken. In Nicaragua dagegen habe ich keine (Mehrbettzimmer-) Bett billiger als 10 Dollar, also rund 9 Euro bekommen. Einzel-, bzw. Doppelzimmer gehen bei 20 bis 25 Dollar los.

Ein Preisniveau, das im Verhältnis zu unseren Lebenshaltungskosten noch immer sehr günstig ist – und trotzdem von einigen so vielleicht nicht erwartet wird. Woran liegt das?

Zimmer mit Ausblick in Nicaragua

Zimmer mit Ausblick in Nicaragua

Sicherheit in Nicaragua

„Pass bloß auf dich und dein Geld auf“, so oder so ähnlich lautete ein häufiger Rat, der mir auf die Reise nach Nicaragua mitgegeben wurde. Dem Land eilt noch immer kein guter Ruf voraus: Gefährlich, korrupt und erdbebengefährdet. Die Zeiten, als das Land im Bürgerkrieg versank, als Gewalt, auch dank der „geheimen“ amerikanischen Einmischung, dort an der Tagesordnung war, geben Nicaragua bis heute das Image einer kaum lohnenden Reisedestination.

Leider, denn keine dieser Einschätzung trifft heute noch zu. Wer mit normalem „Reise-Sinn und Verstand“ unterwegs ist, der braucht das Land nicht mehr zu fürchten als die Hamburger Reeperbahn an einem Samstagabend.

Ganz abgesehen von der wunderschönen Natur und den wirklich bemerkenswert warmherzigen Menschen bietet Nicaragua vor allem eins: Du kannst hier noch immer günstig unterwegs sein.

Nun findet „günstig reisen“ ja meistens in Ländern mit einer schwierigen wirtschaftlichen Lage und einem wackligen politischen System statt. So ist das leider auch in Nicaragua. Nach Haiti ist es das zweitärmste Land Zentralamerikas, 45 Prozent der Bevölkerung lebt unterhalb der Armutsgrenze. Aber es gibt auch durchaus Positives zu berichten: Die Wirtschaft Nicaraguas weist ein kräftiges Wachstum auf, seit 2005 gibt es eine Reduzierung der Armen in der Bevölkerung, auch Handel und Export nehmen weiter zu.

Reisekosten in Nicaragua

Ich war im November 30 Tage alleine unterwegs. Entweder habe ich in einer Dorm geschlafen oder mir mit einem Reise-Kollegen ein Doppelzimmer geteilt, dreimal  habe ich mir ein Einzelzimmer gegönnt und drei Nächte hatte ich meine Privat-Suite in der Hängematte. Unterwegs war ich in erster Linie mit dem Taxi oder dem Bus. Gepäck war ein Boardbag und ein kleiner Rucksack.

Die Währung in Nicaragua heißt Cordoba. (Wechselkurs Nov. ´14: ein Euro – 32,19 Cordoba)

Es kann auch überall mit US-Dollar bezahlt werden, allerdings ist der Wechselkurs dann aber ein anderer!

Verkehrsmittel

Es kommt wirklich darauf an, was auf dem Plan steht. Wenn ihr viel sehen möchtet oder zum Wellenreiten hier seid, dann zieht einen Mietwagen in Erwägung (bei lokalen Autovermietern ziemlich billig). Ein Auto bietet sich vor allem für den Norden Nicaraguas an.

Die Alternative ist ein Taxi (am besten dieses hier!), die hier ganz selbstverständlich auch größere Distanzen anbieten. Oder eben ein Chicken-Bus, damit kommt ihr wirklich überall hin.

Ausgaben insgesamt: 146 Euro/4.700 Cordoba

Unterkunft

Hier schlägt der Solo-Trip besonders auf den Geldbeutel. Ich habe entweder in einem Dorm geschlafen (überall  10 – 15 US), oder habe mir ein Doppelzimmer mit einem Mitreisenden geteilt (25 – 35 US). Wenn ich ein gutes Preis-Leistungsverhältnis gefunden habe (oder einfach keine Lust mehr auf das Geschnarche hatte), dann habe ich mir ein Einzelzimmer gegönnt (30 – 40 US). In keiner Unterkunft war Frühstück inbegriffen, dafür gibt es ganz oft eine gemeinsame Küche.

Ausgaben insgesamt: 297 Euro/9.560 Cordoba

Essen

travel reise nicaragua papayaFrühstück in Nicaragua besteht aus Gallo Pinto (Reis mit Bohnen) und kostet ein bis zwei Dollar. Frühstück für Reisende (Eier, Toast, Müsli, Säfte, Käse, etc.) kostet zwei bis fünf Dollar. Mittag- und Abendessen gibt es ab drei Euro. Unterkünften wie das Magnific Rock in Popoyo oder das Maderas Eco-Hotel in Playa Maderas sind so abgelegen, dass sie ihr eigenes Restaurant haben. Heißt: Gast muss dort essen! Ist auch in Ordnung, kostet aber natürlich mehr. Bier kostet rund einen Dollar!

Mein Tipp: Die Straßenstände boten mit das beste Essen, und  die lokalen Restaurants eignen sich für den großen Hunger. Sie funktionieren wie ein Buffet, man zahlt was man isst. Konkreter Tipp: Fish-Tacos bei Mamma Lin in Playa Gigante – que rico, verdad!

Ausgaben insgesamt: 320 Euro/10.301 Cordoba

Sonstiges

Neue Zahnbürste, mal einen Kaffe, Sonnencreme, etc.

Ausgaben insgesamt: ca. 50 Euro/1.609 Cordoba

 

 Alles zusammen gerechnet betragen meine Ausgaben:

813 Euro/26.171 Cordoba

Das ergibt für Nicaragua durchschnittliche Reisekosten pro Tag von: 27,10 Euro (bei der aufgerundeten Summe von 900 Euro sind das genau 30 Euro/Tag)

Ich habe versucht sparsam zu leben, habe aber nicht krampfhaft versucht zu sparen. Die Ausgaben ergeben sich natürlich aus dem individuellen Reisestil, wahrscheinlich lässt sich der oben genannte Betrag noch drücken –  aber wo bleibt dann der Spaß???

Ich persönlich habe mit einen Monat lang wirklich sehr wohl gefühlt in Nicaragua. Vom absoluten Mini-Budget bis zur prall gefüllten Geldbörse ist sowohl was Unterkunft, als auch das Essen angeht, für jeden etwas dabei.

Mit ein paar Brocken Spanisch und einem Lächeln im Gesicht ist man immerhin in der Preisklasse zwischen Local und Gringo! Außerdem: Wer sich über die paar Cent mehr aufregt, der bleibt am besten Zuhause und kauft bei einem Discounter ein!

Tipps für Nicaragua

Masaya

Wenn ihr nach Ankunft oder vor dem Abflug keine Lust  auf die Großstadt Managua habt, sucht euch in Masaya eine Unterkunft. Die Stadt liegt ungefähr eine halbe Stunde von der Hauptstadt entfernt und ist auf halben Weg nach Granada, wo wahrscheinlich jeder Nica-Reisende hin möchte! Es gibt einen schönen Mercado Artesanias, wo man sich bestens mit Souvenirs und Geschenken eindecken kann. Immer Donnerstags gibt es Live-Musik!

Granada

It´s a must! Wird zumindest jeder Turi in Nicaragua erzählen. Und ja, es ist sehr, sehr schön. Für meinen Geschmack aber ist es etwas zu touristisch, und jede beliebige spanische Altstadt bietet den gleichen Charme.

Isla de Ometepe

travel reise haengematte2 nicaraguaMein persönliches: It´s a must. Die Insel liegt mitten im Lago Nicaragua und ist eine ganz eigene Welt. Die Natur hier ist wunderschön, das Tierreich manigfaltig und die Menschen ganz besonders. Am besten man mietet sich ein Motorrad (25 Dollar/Tag) und cruised damit über die Insel (von Ost nach West ca. 2 Stunden, die Straßen werden nach Osten immer schlechter!). Von der Vulkanbesteigung über einen Wasserfall bis hin zum Baden in kristallklarem Wasser (Ojo de Agua) ist alles dabei. Wohnen am besten im Zopilote (basic Hippi-Kommune) oder aber in der Hacienda Merida: Wunderschön am Wasser gelegen, sehr gemütliche Zimmer und fantastisches Essen (Tipp: Frühstücksbuffet „All-You-Can-Eat“ für sechs Dollar).

Leon

Studentenstadt Nicaraguas, dementsprechend ist hier alles vom  gemütlichen Cafe bis hin zu Disco alles zu haben. Politisch aktive Menschen, Künstler und Ex-Revolutionäre machen die Stadt zu einem vibrierenden Ort. Es gibt ein Sprichwort: Die Menschen lieben Granada, aber ihr Herz verlieren sie an Leon.

San Juan del Sur

Turi-Partyhauptstadt Nicaraguas. Wer Lust auf feiern in Begleitung von 20-jährigen Amerikanern hat, der ist hier in der Zentrale angekommen. Ich persönlich würde den kleinen Mercado empfehlen, es gibt hier jede Menge Früchte und Gemüse zu kaufen, in den kleinen Essensbuden unbedingt den Fish-Taco probieren (zweite Bude von links!). Ansonsten ist meine Empfehlung: Am besten in Playa Maderas wohnen und höchstens mal einen Tagesausflug nach SJdS wagen (täglich fünf Shuttle, sechs Dollar Round-Trip).

Wart ihr auch schon mal in Nicaragua? Oder plant Ihr euren nächsten Trip dorthin? Ich freue mich über Anregungen und Fragen!

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1 Antwort
  1. Thomas
    Thomas says:

    Ein ganz toller Artikel mit richtig guten Informationen. Das wird sicherlich dem ein oder anderen eine große Hilfe sein, zumal in diesem Bereich ja doch immer wieder Fragen aufkommen.

    Antworten

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